Beim Champions-League-Finale 2017 im walisischen Cardiff markierte ein System zur Gesichtserkennung versehentlich mehr als 2.000 Menschen als Kriminelle. Die Technologie erkennt mithilfe von Videokameras Gesichter in Menschenmengen und gleicht sie mit Fahndungslisten ab. Laut walisischer Polizei lag das System in 92 Prozent aller Treffer falsch. Es wurden keine Unschuldigen festgenommen.
Schuld an der falschen Erkennung sei die schlechte Bildqualität der Fahndungsdatenbanken, sagte ein Sprecher der Polizei dem Guardian:
Die Ermittler schoben die hohe Anzahl von Falscherkennungen beim Fußballfinale auf die „schlechte Fotoqualität“ der liefernden Behörden, darunter UEFA und Interpol, sowie auf die Tatsache, dass es der erste große Einsatz der Technologie war. [Eigene Übersetzung]
Auch in Deutschland testet die Polizei aktuell den Einsatz von sogenannter intelligenter Videotechnik mit Gesichtserkennung. Der Probelauf am Bahnhof Berlin-Südkreuz wird seit Start von Datenschützern und Aktivisten kritisiert, unter anderem wegen andauernder Falscherkennungen.
